Niemandsland

Mein letzter Film einer -diesmal aus verschiedenen Gründen sehr kurzen-  Mannheimer Filmwoche. Niemandsland, ein Dokumentarfilm über das Benjamin Franklin Village, das über Jahrzehnte eine Wohnsiedlung amerikanischer Soldaten war und nun vor einer neuen Nutzung steht.

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The Poets

Nächster Film der Mannheimer Filmwoche mit The Poets.  Ein beeindruckender Dokumentarfilm über zwei afrikanische Autoren, Niyi Osundare und Syl Cheney-Coker. Inzwischen leben beide in New York, aber für diesen Film sind sie nach Afrika zurück gekehrt und führen uns mit diesem Film durch ihre Kindheit und die heutige Wirklichkeit ihrer jeweiligen Geburtsländer Sierra Leone und Nigeria.

The Poets from IFFMH on Vimeo.

Rückflug Banyoles November 2017

Mit dem Flieger zurück ins nasskalte Mannheim. Gestern noch am Fernseher die grosse Demonstration der 750.000 in Barcelona verfolgt und die letzten Nachrichten über die Pläne der Parteien für die Wahlen im Dezember gecheckt. Wie es jetzt ausseht, wird es zu keiner einheitlichen Liste alle Unabhängigkeitsbefürworter kommen. Vor allem die ERC hat sich dagegen entschieden. Das eröffnet neue Optionen für die Zeit nach der Wahl, selbst, wenn die Stimmverhältnisse so bleiben wie bisher. Wenn die ERC zur Einsicht gelangt ist, dass eine Unabhängigkeit gegenwärtig nicht durchzusetzen ist, entsteht die Möglichkeit einer Zusammenarbeit oder die Bildung einer Regierung gemeinsam mit den Comunes. Das wäre eine Regierung, die linke Politik in Katalonien umsetzen könnte. Aber noch ist alles blosse Spekulation.

Ziviler Ungehorsam

Demo am RathausDie Tage nach der Ausrufung des Paragraph 155 und der Absetzung der katalanischen Regierung waren von einer seltsamen Atmosphäre geprägt. Natürlich Empörung, aber auch Unsicherheit, wie es weitergeht, klar, praktisch die ganze Führung ist gekappt, sitzt zum grossen Teil in Untersuchungshaft, der bisherige Apparat, der die Bewegung organisiert hat, ist weggebrochen. Aber schon nach ein paar Tagen hat sich das ganze anscheinend wieder reorganisiert, überall tauchen Plakate auf, die Freiheit für die Politischen Gefangenen fordern, abends um 10 Uhr trommeln die Leute auf ihren Kochtöpfen zum Protest, es geht die Parole um, „für 10 Minuten das Licht ausschalten“ und es ist stockdunkel in den Häusern. Ich kann es aus eigener Anschauung nur aus Banyoles berichten, aber das Fernsehen zeigt permanent Demos in Barcelona, TV3, das katalanische Fernsehen warnt vor Staus, weil Strassen und Bahnlinien besetzt würden, und gibt so Hinweise, wo die Menschen sich hinbegeben sollen, um Strassen und Bahnlinien zu unterbrechen.

Dann heute Generalstreik. Aufgerufen hat eine kleine Gewerkschaft, die grossen halten sich zurück, rufen aber zu Demos am Abend auf. In den kleinen Städten wird der Streik insofern befolgt, als alle Läden und Bars geschlossen haben, in Barcelona konzentrieren sich die Aktionen auf Bahnhöfe und Fernstrassen, der Zugverkehr nach Frankreich und auch der Grenzübergang auf der Autobahn ist den ganzen Tag über unterbrochen.


Abends bin ich auf der Demo am Rathaus. Beeindruckende Zahl von Leuten, auch wenn ich es nicht abschätzen kann, wie viele es sind. Man spürt förmlich die Entschlossenheit der Menschen, sich gegen die Repression der spanischen Regierung zur Wehr zu setzen. Schwer, sich dieser Stimmung zu entziehen. Dabei sind es nach wie vor nur etwa die Hälfte, die für ein unabhängiges Katalonien eintreten.

Man wird sehen, was die Wahl am 21. Dezember bringt. Die Zentralregierung versucht offensichtlich, momentan den Ball flach zu halten. Erstaunlich wenig Polizeigewalt gegen die Provokationen und auch der Versuch, durch einen Wechsel des zuständigen Gerichts, die Untersuchungshaft der katalanischen Regierungsmitgliederaufzuheben.

Umfragen sagen das im Prinzip gleiche Ergebnis wie bisher voraus, also eine knappe Mehrheit an Sitzen für die Unabhängigkeitsbefürworter, aber keine absolute Mehrheit an Stimmen. Was dann passiert, ist gegenwärtig nicht vorherzusagen. Zu schnell ändern sich die Voraussetzungen.

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Zweiter Film bei  der Filmwoche in Ludwigshafen. Die letzten Tage der DDR, präzise nachgestellt in diesem Film von Matti Geschonneck. Man erfährt nicht unbedingt viel, warum die DDR zurückerobert wurde, aber man bekommt einiges mit von der Stimmungslage, in der sich die alten Kämpferinnen und Kämpfer befinden und deren Töchter und Söhne. Die Überzeugung ist geronnen zu Schlagworten und die Ideen sind ausgegangen in der langen Auseinandersetzung mit einem scheinbar übermächtigen Gegner, den man nicht mehr zu besiegen, sondern nachzuahmen versucht. Lehrmaterial für alle jene, die den nächsten Versuch starten werden.

You’ll never walk alone

Heute Start in die Filmwoche in Ludwigshafen. Dort werden ja meist Mainstream Filme gezeigt, die bereits im Kino oder Fernsehen gelaufen sind. Also ideale Voraussetzungen, um Filme nachzuholen, die man verpasst hat. Heute You’ll never walk alone von Stefan Krol.

Warum ist man nach wie vor so fasziniert vom Fussball, obwohl er inzwischen zu einer Kommerzmaschine von wide4rwärtigem Ausmass verkommen ist? Der Film findet eine Antwort: Fussball -ebenso wie Musik- sind kulturelle Phänomene, Rituale, die die Menschen über alle Grenzen hinweg verbinden. Joachim Krol zeigt das anhand seiner Reise entlang der Kulthymne von Liverpool, die inzwischen in vielen anderen Stadien gesungen wird. Insbesondere auch in Dortmund, dem  Verein, dem sich Krol zugehörig fühlt.  Fantastische Bilder und interessante Interviews zeigen, ganz können sie uns den Fussball nicht wegnehmen.