Los besos en el pan

besosEigentlich hatte man ja auf den vierten Band der Episodios de una Guerra Interminable gewartet, aber entweder hat Almudena Grandes das Vorhaben aufgegeben, oder sie hat schnell mal ein Buch dazwischen geschoben. In Los besos en el pan zeichnet sie in  kleinen Geschichten aus dem Alltag der Menschen, ein Bild, wie sich die Krise in das Leben hineinfrisst. Die Personen werden nicht in der Tiefe beschrieben, es sind eher Prototypen. Sie will ja auch nicht Einzelschicksale schildern, sondern aufzeigen, wie sich die Gesellschaft insgesamt durch die Krise verändert. Insofern eine Verlängerung ihrer Episodios in die Gegenwart.

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Las tres bodas de Manolita

lastresbodasLas tres bodas de Manolita, der dritte  Band der Reihe ‚Episodios de una guerra interminable‘ spielt in Madrid. Erzählt wird die Geschichte von Manolita, einem jungen Mädchen, das sich mit ihren Geschwistern durch das Leben schlägt, nachdem der Vater zum Tode verurteilt und erschossen und die Mutter im Gefängnis gelandet ist. Rück- und Vorblenden lassen die Lebensbedingungen der Menschen zwischen 1932 und etwa 1950 unter der Diktatur Francos und dem sich vollziehenden Kulturwandel entstehen. Für mich besonders interessant, die Mischung aus historischen Personen, die im Buch auftauchen und den Romanfiguren, die zwar fiktiv sind, deren Schicksale sich aber aus Berichten von Zeitzeugen zusammensetzen, wie Almudena Grandes im Nachwort berichtet. Verflechtungen mit den beiden ersten Bänden, Ines y la alegria und El lector de Julio Verne lassen es ratsam erscheinen, diese zuerst zu lesen.

El lector de Julio Verne

 El lector de Julio Verne, der zweite Band der Reihe ‚Episodios de una guerra interminable‘ spielt in Andalusien und ist in dem Jahrzehnt nach dem Spanischen Bürgerkrieg angesiedelt. Aus der Sicht eines Kindes geschrieben, dessen Vater ein Guardia Civil ist, schildert er anschaulich und eindringlich die  Folgen des Spanischen Bürgerkrieges in der Provinz. Bin schon auf die nächsten Bände von Almudena Grandes gespannt.

Inés y la alegría

Mein zweites Buch von Almudena Grandes, wieder auf Spanisch. Inés y la alegría ist Teil eines Vorhabens von Grandes, das insgesamt sechs Bücher umfassen soll und ‚Eposodios de una guerra interminable‘ (Geschichten eines endlosen Krieges) erzählen soll. Band 1 über die Invasion von insgesamt 8.000 Republikanern in den gesamten Pyrenäen, die ein Startpunkt für den Sturz Francos sein sollte. Obwohl Grandes ausdrücklich schreibt, dass sie kein Geschichtsbuch sondern einen Roman geschrieben hat, habe ich es als solches gelesen. Für mich auch interessant, weil ich viele Orte, in denen der Roman spielt, wie das Val d’Aran oder Sort aus eigener Anschauung kenne. Im Abspann findet sich ein Hinweis auf den Historiker Fernando Hernandez Sanchez zum Weiterlesen.

El corazón helado

1.200 Seiten hinter mir und das in Spanisch. Bücher sind dann gut, wenn sie zum Weiterdenken anregen, und in diesem Sinne ist El corazón helado ein lesenswertes Buch. Die zentrale Handlung ist eher flach, eine Liebesgeschichte zwischen den Enkeln zweier Familien, deren Wege sich im Exil nach dem Spanischen Bürgerkrieg kreuzen und deren Schicksal über die Jahre hinweg verfolgt wird. Aber was Almudena Grandes darum herum beschreibt, die Nebenpersonen und Episoden, das ist spannend, wenn man sich für die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf die spanische Gesellschaft interessiert. Ich denke, darum geht es Grandes auch, wie geht das heutige Spanien mit der Geschichte um? Werde mehr von Grandes lesen.