How to run the world

Die gegenwärtige Welt steuert in ein neues Mittelalter, viele kleine Machtzentren statt grossen Imperien. Damit sind nicht allein Staaten gemeint, sondern Parag Khanna beschreibt vor allem die Aktivitäten von Unternehmen und NGOs, die seiner Ansicht nach mehr für die Entwicklung der Erde tun als herkömmliche politische Instutionen. Diese kranken an seiner Meinung nach an zuviel Ressortdenken, um die Probleme wirklich angehen zu können. Im Zentrum seines Buches  How to run the world steht der Begriff der Diplomatie, als zentrales Instrument, um Konflikte zu lösen. So weit so gut, aber zwei Dinge bleiben unterbelichtet. Da ist zum einen die Frage der demokratischen Legitimation. Woher nehmen NGOs und Unternehmen diese? Letzten Endes beschreibt Khanna das Modell einer Welt, in der die Politik gescheitert ist und durch die Initiative ‚guter‘ Menschen und Unternehmen ersetzt wird.  Warum diese das tun, lässt er unbeantwortet, weil er auch das zweite Problem nicht thematisiert, welche Interessen stehen eigentlich hinter all dem.

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Die Mitleidsindustrie

Ist der Titel eines Buches, das ich gerade gelesen habe. Darin beschreibt die Autorin Linda Polman die Auswirkungen, die Hilfskampagnen auf die betroffenen Krisengebiete, die dortigen Akteure und die Hilfsorganisationen selbst haben. Ihre These ist, dass die Art der Hilfe die Krisen oft verlängert, teilweise auch erst verursacht. Polman bringt einige Beispiele, die diese These stützen und so manche Hilfskampagne in einem anderen Licht erscheinen lassen. NGOs treten auf wie Mutter Teresa, sind in der Realität aber Wirtschaftsorgansiationen, die sich auf dem hart umkämpften Markt der Hilfsindustrie behaupten müssen. Da werden so manche Kompromisse eingegangen, die nicht zu den öffentlich verkündeten Zielen passen.

Wie könnte es aber auch anders sein in einer Weltwirtschaftsordnung, die es bisher geschafft hat auch jeden alternativen Ansatz zu vereinnnahmen und eine Ware daraus zu machen. Insofern bietet das Buch nichts wirklich Aufregendes, es rundet eher ein Bild ab, das ich schon hatte.