El chico de la bomba

chicoAuf das Buch von Jose Maria Sanz Beltran bin ich eher durch Zufall gestossen. Sanz ist eigentlich Sänger aber er ginge auch als Schriftsteller bei mir durch. El chico de la bomba ist ein wenig die Beschreibung seiner Jugend in El Clot, einem Stadtteil von Barcelona, vorangestellt ein Kapitel, das Erlebnisse seines Vaters zu Ende des Bürgerkrieges schildert und  am Ende eine Begegnung mit Antonio Rabinad, einem weiteren Schriftsteller aus Clot, der seinen Vater aus dem Bürgerkrieg kannte. Persönliche Erlebnisse vermischen sich mit Zeithintergrund und schaffen so ein lebendiges Bild der Epoche kurz vor dem Tod Francos. Daneben ein Portait von EL Clot, einem dieser Stadtteile, die man als Tourist nicht wahrnimmt, die aber eine faszinierende Geschichte und ein pulsierendes Leben haben.

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Los mitos del 18 de julio

mitosLos mitos del 18 de julio ist eine Sammlung von Beiträgen zu  jeweils spezifischen Aspekten des Bürgerkriegs in Spanien und seiner Ursachen. Man sollte ja meinen, es gäbe inzwischen genug Literatur zum Thema, aber viele der Beiträge gehen entweder detailliert auf einzelne Fragen ein, oder schaffen es tatsächlich, neues Licht darauf zu werfen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Vorgeschichte des Putsches und der Rolle der Kirche, des Militärs und anderer tragender Kräfte. Es wird klar, dass der Putsch vom 18. Juli 1936 nicht nur eine Erhebung von Teilen des Militärs war , sondern auch von zivilen Kräften und vor allem bereits im Vorfeld von ausländischen Mächten wie Italien und Deutschland unterstützt und teilweise initiiert wurde.

Weitere Informationen zu dem Thema finden sich in dem Artikel der El Diario, der zum 80. Jahrestag des Putsches veröffentlicht wurde

80 Jahre Erinnerung

Schützengraben in der Ebene vor ZaragozaEs hätte nicht viel der Hilfe bedurft für die spanische Republik, um den Putsch niederzuschlagen, der am 17. Juli 1936 begann und sich zu einem 3jährigen Krieg und einem Versuchsfeld für den folgenden 2. Weltkrieg ausweitete. In den folgenden Tagen und Wochen wartete die spanische Regierung auf ein Zeichen der Unterstützung durch Frankreich, Großbritannien oder die Vereinigten Staaten, aber diese betrachteten den Krieg als ‚interne Auseinandersetzung‘, eine folgenschwere Fehleinschätzung, die Spanien 40 Jahre Diktatur einbrachte und den Weg für die folgende faschistische Aggression und den 2. Weltkrieg ebnete.

Die Aufständischen dagegen wurden vom ersten Tag an von Hitler, Mussolini und Salazar, aber auch von spanischen Magnaten wie Juan March finanziell und mit Waffen unterstützt.

In Spanien starben je nach Schätzung zwischen 200.000 und 800.000 Menschen im Krieg, 400.000 gingen ins Exil, 200.000 wurden während der Diktatur umgebracht. Das sind nur die nackten Zahlen, bis heute sind die Wunden, die der Krieg riss in Spanien spürbar, sei es in Erzählungen, wenn man irgendwo auf das Thema kommt, sei es in den Auseinandersetzungen um die juristische Aufarbeitung oder in der Bewegung für die Öffnung von Massengräbern.

¿Por qué Hitler bombardeó cuatro pacíficos pueblos de Castellón?

EarthDass die Nazis Gernika ohne militärischen Grund bombardierten, um ihre Luftstreitmacht zu testen, ist ja bekannt. Jetzt wurde öffentlich, dass Gernika nicht das einzige Ziel war, sondern auch andere Ortschaften dazu benutzt wurden. In einem Freiburger Militärarchiv entdeckte ein Bewohner von Benassal zufällig einen Bericht darüber, wie der Ort zerstört wurde, um die Tragfähigkeit der deutschen Stukas zu testen.

Nun soll ein Dokumentarfilm darüber gedreht werden.

La Nueve. Los españoles que liberaron París

lanueveLa nueve – los espanoles que liberraron Paris von Evelyn Mesquida zeichnet den Anteil der Spanier nach, die nach dem Fall der Republik nach Frankreich flüchteten und anschliessend in der Kompanie La Nueve  am Befreiungskampf um Frankreich teilnahmen. Lange war deren Geschichte nicht bekannt und ihre Rolle dementsprechend nicht gewürdigt. Dieses Buch trägt seinen Teil dazu bei, dass sich das ändert, ebenso wie die tatsache, dass die Pariser Bürgermeisterin Anna Hildago gemeinsam mit dem spanischen Königspaar einen Pariser Park zu Ehren dieser Kämpfer benannt hat.

Ich habe von diesen Geschehnissen zum erstenmal in einer Veranstaltung in Mannheim erfahren, bei der Lucio Urtuba darüber eher beiläufig berichtete. Seitdem habe ich nach weiteren Informationen gesucht und bin dabei auf dieses Buch gestossen. Eine gute Mischung aus historischem Hintergrund und verschriftlicher Oral History. Une eine gute Würdigung für diejenigen, die direct nach einer schrecklichen Niederlage wieder aufstanden und weiterkämpften.

Die Schwachen kämpfen nicht.
Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang.
Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre.
Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.
Diese sind unentbehrlich.

Bert Brecht

Entrevistas a Santiago Carrillo

entrevistasMit diesen Buch macht man eine kleine Tour durch die Spanische Gegenwartsgeschichte seit dem Ende der Franco Diktatur. Die El Pais hat im Laufe der Zeit immer wieder Santiago Carrillo interviewt, der ohne Zweifel einer der wichtigsten spanischen Persönlichkeiten dieser Epoche war. Viele Dinge sind zeitbezogen, aber andere haben heute noch Erkenntniswert. Macht Lust, weiter zu forschen.