Digital Gold

digitalgoldDigital Gold beschreibt die Entstehung und Entwicklung von Bitcoin, dem Versuch, eine alternative Währung im Internet zu schaffen. Lange dümpelt das Projekt vor sich hin und dient hauptsächlich dazu, illegale Geschäfte im Internet abzuwickeln, ohne dass man Spuren hinterlässt. Erst als sich grosse Geldgeber dafür interessieren, nimmt es Fahrt auf. Das ist die eigentliche Botschaft in diesem Buch, wenn auch ungewollt: Big Business schafft es immer wieder, alternative Projekte für sich auszunutzen und damit kaputt zu machen. Was Bitcoin wirklich bedeuten könnte, habe ich nicht erfahren.

 

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No Place to Hide

noplacetohideIn No Place to Hide beschreibt Glenn Greenwald, wie er an die Informationen über den NSA-Skandal kam und wie sich seine Zusammenarbeit mit Edward Snowden gestaltete. Das Buch glänzt durch eine Beschreibung der Persönlichkeit Snowdens, die interessante Einblicke in dessen Motivation erlauben. Daneben eine Abrechnung Greenwalds mit verschiedenen Zeitungen, denen er vorwirft, zu regierungshörig zu sein. Klingt alles sehr schlüssig.

 

Überwachtes Netz

UeberwachtesnetzÜberwachtes Netz ist eine Sammlung von Aufsätzen unterschiedlicher Qualität und Stossrichtung. Wer sich mit dem Thema schon beschäftigt hat, wird nichts wesentlich Neues mitnehmen, zumal die meisten Artikel schon irgendwo anders erschienen sind. Dennoch lohnt es sich das Buch zu lessen, weil es auch eine gute Zusammenfassung des Stands der Diskussion liefert.

 

The circle

circleIst es noch Science Fiction, oder schon Realität? in the circle beschreibt Dave Eggers, ein Internet, in dem die Anonymität der Vergangenheit angehört. The Circle, ein Konzern, der nahe an Google angelehnt ist, hat TruYou eingeführt, ein umspannendes Identifikationssystem für alle Aktivitäten im Netz, in dem man sich mit seinem Klarnamen anmelden muss. Eine prima Sache, weil endlich alle Dinge, die unter dem Schutz der Anonymität passierten, nicht mehr möglich sind. Oder wie Eric Schmidt, damals CEO von Google, es in in einem Interview formulierte.

If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place. Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.

Stattdessen ist man ’sozial‘. postet alle seine Aktivitäten ins Netz. Wer sich immer noch nicht klar ist, was das für Auswirkungen haben kann, der kann das anhand dieses Romans studieren. Das Buch wurde auch in der SZ besprochen.

Cypherpunks

cypherpunksGerade bekommen wir wieder einmal vorgeführt, -Stichwort PRISM– wie es sich mit den bürgerlichen Freiheiten im Internet verhält. Eine gute Zeit, um Cypherpunks Freedom and the Future of the Internet zu lesen. Das Buch ist die Wiedergabe eines Gesprächs zwischen Julian Assange, Jacob Appelbaum, Andy Müller-Maguhn und Jérémie Zmmermann, vier ziemlich bekannten Persönlichkeiten in der Szene. Ihr Thema ist die Veränderung des Charakters des Internets von einem Utopia hin zu einer Dystopie.

Vier apokalyptische Reiter werden herangezogen, wenn man Einschränkungen und Überwachung im Internet zu rechtfertigen sucht. Terrorismus, Kinderpornographie, Geldwäsche, Drogengeschäfte seien so bedrohlich präsent im Internet, dass die Gesellschaft Einschränkungen ihrer Freiheit in Kauf nehmen müsse.

Die Gesprächsteilnehmer setzten dagegen, dass drei Freiheiten, unbedingt verteidigt werden müssen: freedom of communication, freedom of movement and freedom of economic interaction. Ihr Ansatz ist zunächst mal ein technischer, Bürger müssen lernen, ihre Daten zu verschlüsseln, wie sie einst gelernt haben, ihre Hände zu waschen.

I  think that the only effective defense against the coming surveillance dystopia is one where you take steps yourself to safeguard your privacy, because there’s no incentive for self-restraint by the people that have the capacity to intercept everything. A historical analogy could be how people learned that they should wash their hands. That required the germ theory of disease to be established and then popularized, and for paranoia to be instilled about the spread of disease via invisible stuff on your hands that you can’t see, just as you can’t see mass interception. Once there was enough understanding, soap manufacturers produced products that people consumed to relieve their fear. It’s necessary to install fear in to people so they understand the problem before they will create enough demand to solve the problem.

In dem Buch finden sich jede Menga Anregungen, zum Weiterdenken und eine Fülle von links zu weiteren Quellen.

The Filter Bubble

Das Worldwide Web ist noch keine 20 Jahre alt und verändert sich nach wie vor dramatisch. Welche Auswirkungen diese Änderungen auf unser Leben haben, beschreibt Eli Pariser in seinem Buch The Filter Bubble. Dabei greift er sich eine Facette heraus, nämlich die zunehmende Personalisierung der Inhalte, die man präsentiert bekommt, wenn man eine Suche startet oder auf Portale wie Facebook zugreift. Eigentlich hat man den Eindruck, dass die Nutzung des Internets den Horizont erweitern würde, aber Pariser veranschaulicht eindrücklich, dass das Phänomen, dass man eher Nachrichten verarbeitet, die die eigenen Erfahrungen und Ansichten stützen, durch die Personalisierung von Content im Internet enorm gefördert wird.

Daneben beinhaltet das Konzept der Personalisierung natürlich auch eine Theorie, was eine Persönlichkeit ausmacht, was wesentlich für eine Person ist.  Google und seine Suchmaschine beispielsweise betrachten als wichtig, was eine Person anclickt, also sein Verhalten (egal in welchem Kontext, das wird nicht berücksichtigt). Facebook hält als relevant für eine Persönlichkeit, was sie mit anderen teilt und mit wem sie es teilt (letzten Endes wie man sich präsentieren möchte). Das Google- Ich und das Facebook-Ich obwohl der gleiche Mensch, sind völlig unterschiedliche Persönlichkeiten im Web. Gute Belege dafür, wie Technologien das Verhalten, die Ansichten und die Kommunikation von Gesellschaften beeinflussen und prägen.

Ein wichtiges Buch.

Mashup – Lob der Kopie

Dirk von Gehlen ist Journalist bei der SZ und schreibt regelmässig zum Thema Intellectual Propety. In Mashup fasst er die gegenwärtige Diskussion gut zusammen. Vor allen Dingen den nicht mehr erkennbaren Unterschied zwischen Original und Kopie thmeatisiert von Gehlen hervorragend.  Viele interessante Einzelhinweise und Anregungen zum Weiterdenken verdeutlichen, dass die Auseinandersetzung um das ‚Geistige Eigentum‘ eine der Schlachtfelder ist, auf denen sich entscheidet, wie die Zukunft der  Gesellschaft aussehen wird.  Zum Kern des Problems dringt allerdings auch von Gehlen nicht vor. Privateigentum und Warencharakter von Kunst und Wissenschaft ermöglichen es erst, dass Erfindungen und Ideen, die immer aus sozialen Zusammenhängen und damit kollektiv entstehen, als originär und individuell gekennzeichnet werden können. Darüber sollte mal einer schreiben.