Cypherpunks

cypherpunksGerade bekommen wir wieder einmal vorgeführt, -Stichwort PRISM– wie es sich mit den bürgerlichen Freiheiten im Internet verhält. Eine gute Zeit, um Cypherpunks Freedom and the Future of the Internet zu lesen. Das Buch ist die Wiedergabe eines Gesprächs zwischen Julian Assange, Jacob Appelbaum, Andy Müller-Maguhn und Jérémie Zmmermann, vier ziemlich bekannten Persönlichkeiten in der Szene. Ihr Thema ist die Veränderung des Charakters des Internets von einem Utopia hin zu einer Dystopie.

Vier apokalyptische Reiter werden herangezogen, wenn man Einschränkungen und Überwachung im Internet zu rechtfertigen sucht. Terrorismus, Kinderpornographie, Geldwäsche, Drogengeschäfte seien so bedrohlich präsent im Internet, dass die Gesellschaft Einschränkungen ihrer Freiheit in Kauf nehmen müsse.

Die Gesprächsteilnehmer setzten dagegen, dass drei Freiheiten, unbedingt verteidigt werden müssen: freedom of communication, freedom of movement and freedom of economic interaction. Ihr Ansatz ist zunächst mal ein technischer, Bürger müssen lernen, ihre Daten zu verschlüsseln, wie sie einst gelernt haben, ihre Hände zu waschen.

I  think that the only effective defense against the coming surveillance dystopia is one where you take steps yourself to safeguard your privacy, because there’s no incentive for self-restraint by the people that have the capacity to intercept everything. A historical analogy could be how people learned that they should wash their hands. That required the germ theory of disease to be established and then popularized, and for paranoia to be instilled about the spread of disease via invisible stuff on your hands that you can’t see, just as you can’t see mass interception. Once there was enough understanding, soap manufacturers produced products that people consumed to relieve their fear. It’s necessary to install fear in to people so they understand the problem before they will create enough demand to solve the problem.

In dem Buch finden sich jede Menga Anregungen, zum Weiterdenken und eine Fülle von links zu weiteren Quellen.

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Wikileaks und Rechtsstaat

Heute mehrere Artikel in der Süddeutschen Zeitung (SZ) zu Wikileaks. Darunter auch ein Kommentar, in dem abgehoben wird, dass sich auch Assange, der Kopf von Wikileaks den Regeln des Rechtsstaats zu unterwerfen habe. Parallel dazu die Aussage in einem anderen Artikel, dass das amerikanische Justizministeriumj gerade prüfe, was man Wikileaks eigentlich vorwerfen könnne. Das ist noch nicht klar? Mittlerweile werden den Servern von Wikileaks die DNS Einträge entzogen, Amzon löscht Daten, Mastercard und Visa verweigern Überweisungen, eine Schweizer Bank sperrt Konten. Welche rechtsstaatlichen Regeln rechtfertigen denn dieses Verfahren? Irgendwie hat der Kommentator der SZ das übersehen.

Man kann zu den Veröffentlichungen von Wikileaks stehen wie man will, aber man sollte sich klar sein, dass es in der Auseinandersetzung nicht um moralische Kategorien geht, sondern um Interessen. Und wenn die gefährdet sind, dann spielt der Rechtsstaat nur noch dann eine Rolle, wenn er der eigenen Seite nutzt.