Ataque a la democracia y al bienestar

Eine Sammlung von Aufsätzen von Vicenç Navarro über die Ursachen und Auswirkungen der Krise und Vorschläge, wie man damit umgehen kann. Navarro ist ein der Izquierda Unida und Podemos nahestehender Ökonom, der nachdem er wegen seiner antifranquistischen Ativitäten emigieren musste  einige Zeit in den USA gelehrt hat und nun wieder nach Barcelona zurückgekehrt ist.  Gemeinsam mit Juan Torres hat er auch das  Wirtschaftsprogramm von Podemos formuliert.

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IBEX 35: Una historia herética del poder en España

In IBEX 35: Una historia herética del poder en España beschreibt Ruben Júste ausführlich, wie die großen spanischen Konzerne enstanden, die heute den IBEX 35 bilden. Der IBEX 35 ist ein Aktienindex, ähnlich wie in Deutschland der DAX. In ihm sind die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen versammelt. Sie sind durch zahlreiche gegenseitige Beteiligungen miteinander verbunden. Hinter diesen Konzernen aber wiederum steht seit etwa 2012 der Investement Fond Blackrock , der ähnlich wie in Deutschand an den DAX- Unternehmen, an 19 der 35 IBEX Firmen beteiligt ist. Davor wurde der IBEX von spanischen Banken und Sparkassen beherrscht und wiederum davor, war der spanische Staat (bezehungsweise die jeweils herrschende Regierungspartei) der Hauptakteur.

Seinen Ursprung hat der IBEX 35 der sozialdemokratischen PSOE und ihrem Witschaftsminister Carlos Solchaga zu verdanken, der Ende der 80igerbegann die Staatsbetriebe, bisher für die Versorgung von Energie, Kommunikation usw. verantwortlich waren, zu verstaatlichen. Dabei wurden viele der führenden Posten mit ehemaligen Regierungsmitgliedern besetzt, eine Methode, die bis heute unter dem Namen ‚puerta giratoria‘  (Drehtür) in Spanien üblich ist (gegenwärtig sind etwa 90 der ca. 400 Personen des Managements im IBEX mit ehelmaligen Politikern besetzt). Die folgenden konservative Regierung unter Aznar setzte diese Politik konsequent fort.
Wie die Zusammenhänge im IBEX sich heute darstellen zeigt das Schaubild, das der Zeitschrift Context entnommen ist.

Verflechtungen im IBEX 35

The Road from Mont Pèlerin: The Making of the Neoliberal Thought Collective

Woher kommt der Neoliberalismus? Diese Frage beantwortet diese Sammlung von Aufsätzen, in denen die Geschichte der Mont Pèlerin Society erzählt wird, einem exklusiven Klub von Ökonomen und wirtschafllich Mächtigen, der 1947 in den Zeiten des Kalten Kriegs entstand und sich seitdem erfolgreich bemüht, die neoliberale Ideologie in Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen.

Dabei begreifen die Mitglieder der Mont Pèlerin Society den Neoliberalismus vor allem als ein Konzept, wie man den Staat gestaten muss, damit sich der Markt entfalten kann, denn der Markt kann das nicht alleine. Man könnte das als ‚Was tun?‘ von rechts bezeichnen. Es steckt also eine Strategie dahinter, mittels derer Schritt um Schritt Positionen in der Gesellschaft erorbert wurden und werden. Spannendes Buch, das zeigt, wie Verschwörungstheorien manchmal wahr werden.

 

 

Untote leben länger: Warum der Neoliberalismus nach der Krise noch stärker ist

Gemeinhin begreift man den Neoliberalismus als ökonomisches Konzept. Philip Mirowski zeigt in Untote leben länger: Warum der Neoliberalismus nach der Krise noch stärker ist, dass der Einfluss dieser Ideologie weit über die wirtschaftliche Sphäre hinaus in alle unsere Lebensbereiche eingedrungen ist und hegemoniale Vormacht gewonnen hat. Das zeigt sich an vielen Alltagsbeispielen, etwa , wenn man ‚in seine Gesundheit investiert‘, als sei Gesundheit ein Wirtschaftsgut, oder daran, dass sich die Individuen zunehmend als ‚Kunden‘ gegenüber dem Staat, der eine Leistung zu liefern hat,  begreifen, anstatt als ‚Bürger‘, der für staatliches Handeln ebenfalls Verantwortung trägt.

Dieses Einsickern in den Alltag führt auch dazu, dass die neoliberale Ideologie selbst Krisen, wie 2008 ff., die überdeutlich zeigen, dass diese Ideologie gescheitert ist, ohne erkennbare Probleme übersteht.

Die Frage ist nun, wie man es schafft, diese Hegemonie des Neoliberalismus zu brechen. Dazu gibt das Buch, und will es auch nicht, keine Antwort. Die muss die Linke selber finden.