Winterchaos

Heute mit dem Zug zum Flughafen. Ich muss um 08.05 am FKB sein, das allein ist schon eine Herausforderung, wenn man in Mannheim wohnt. Aber es gibt ja den ICE 5, der um 6.27 Uhr Mannheim verlässt. Wenn nicht gerade Schneechaos herrscht, wie heute. Circa 10 cm Neuschnee und Temperaturen knapp unter 0 Grad. Dann entstehen schnell mal 60 Minuten Verspätung und Probleme mit den Anschlüssen.

Warum die Bahn mit einer im Winter eigentlich zu erwartendenen Wetterlage nicht zurecht kommt, beschreibt dieser Artikel in SPIEGEL ONLINE. Ich fasse mal kurz zusammen. Die Bahn spart sich reich, um als Privatunternehmen gut dazustehen. Investitionen in Infrastruktur und Aufwand für Wartung sind da nur noch Kosten, weil der Zeithorizont der Manager nur bis zum geplanten Börsengang reicht. Da wünscht man sich die gute alte Bürokratie zurück.

Insgesamt ein Lehrstück über das Auseinanderklaffen von Volkswirtschaf t und Betriebswirtschaft, das regelmässig aufgeführt wird, wenn der Staat zentrale Aufgaben privatisiert.

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Verkehr. Umwelt. Klima

Wenn man sich mal wieder Gedanken macht, wofür der Staat sein Geld ausgibt, dann sollte man in dem Buch von Winfried Wolf nachlesen, auf welche Summen sich die externen Kosten der Autogesellschaft belaufen.Er beziffert sie auf etwa 10% des Bruttoinlandsprodukts (BIP), beinhaltend Ressourcenverbrauch von Landschaft, Energieverbrauch, Auswirkungen auf Klima. Auch wenn man da  noch das ein oder andere Prozent runter-oder raufrechnen kann, an dem enormen Anteil eines Systems, das darüber  hinaus noch ca. 35 Mio Tote seit 1900 verursacht hat, kommt man nicht herum. , Warum wehren sich nicht mehr Menschen dagegen? Bringt das Auto so viele individuelle Vorteile, dass man die enormen gesellschaftlichen Nachteile in Kauf nimmt?

Schlichtungsgespräche Stuttgart 21

Samstagvormittag. Zappe gerade in die Schlichtungsgespräche über Stuttgart 21 bei Phoenix, als Bahnvorstand Volker Kefer mit hohem Nachdruck verkündet, dass die Bahn AG selbstverständlich auf Schadensersatz klagen würde, wenn das Projekt gestoppt würde. Dazu sei der Vorstand aufgrund seiner Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen verpflichtet. Im Nachsatz: und auch der Aufsichtsrat, in dem ja drei Staatssekretäre sässen. Eine interessante Konstruktion. Der Aufsichtsrat, der ja die Eigentümer repräsentiert, soll aufgrund einer Treuepflicht gegenüber dem UNTERNEHMEN eventuell gegen den alleinigen Eigentümer des Unternehmens, den Bund klagen? Danke für diese Einsicht in die Denkweise des Bundesbahnvorstands.

Ansonsten ist die Übertragung der Schlichtung ein ein gutes Beispiel in Sachen Demokratie. Wieviel Sachverstand kommt zusammen, wenn man die Bevölkerung in die Vorbereitung von Entscheidungen einbezieht und wieviel klarer werden die Interessenslagen, die alle Beteiligten haben.